Hubert Hoyer

Verstorben im Oktober 2011. Hubert Hoyer war Gründungs- und Vorstandsmitglied, Schatzmeister des Vereins, ausgebildeter Trauerbegleiter und Theologe. Wir werden ihn als gewissenhaften Kollegen und kompetenten Ansprechpartner sowie herzensguten und kritischen Menschen in unseren Herzen bewahren.

Persönliches Statement von Hubert Hoyer:

Liebe Leserinnen und Leser,

Ich will an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, etwas zu einem Aspekt der Hilfe zu sagen, ohne den unser Angebot ein mehr als unvollständiges wäre. Die eine Seite der Not ist offensichtlich, das erkrankte Kind, Erschöpfung, materielle Not. Sichtbar fordert sie uns heraus, im persönlichen Einsatz Hilfe zu leisten.

Doch was ist mit der stillen Not, die nicht sofort sichtbar wird? Deren Wurzeln tiefer gehen, als die äußerliche Erkrankung mit ihren sichtbaren Folgen. Die Fragen, die die Seele betreffen und hinreichen bis zum Ursprung und Sinn des Lebens. Seinem letzten Sinn. Modern würde man hier vom spirituellen Aspekt unserer Arbeit sprechen.

Sehr bewusst haben wir uns, der Verein Familienhafen, dafür entschieden, dass wir keine andere Antwort geben wollen, als das gute, alte Evangelium von Jesus Christus. Die Botschaft vom Heil, der Heilung, die mit Seinem Namen verbunden ist. Wir sind geneigt „Heil Sein“ zu allererst mit unserer körperlichen Unversehrtheit zu verbinden. Den Wert unseres Lebens alleine herzuleiten vom Zustand und der Leistungsfähigkeit unseres Körpers und unserer Sinne. Leistungsfähigkeit ist das Fundament unserer Gesellschaft. Wer diese Forderung nicht erfüllen kann, ist ausgegrenzt. Muss sich ein kranker Mensch bei diesen Kriterien nicht als wert- und nutzlos empfinden?

Diesem Denken erteilt das Evangelium - wie Martin Luther kernig übersetzt - eine Absage mit den Worten: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an der Seele?“ (Matthäus 16,26). Die Botschaft Gottes in und durch Jesus Christus an die Menschen dagegen ist: „Kommt her zu

mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“ (Matthäus 11,28).
„Heil Sein“ bedeutet in den Augen Gottes viel mehr als nur körperliche Unversehrtheit. Das Angebot Gottes ist Vergebung, Annahme und Frieden. Augustinus sagt am Ende seiner Suche: „Du hast uns auf dich geschaffen, o Herr, und unser Herz ist ruhelos bis es Ruhe findet in dir.“

Von daher ist es in unserer Satzung festgelegt, dass wir, wenn wir um seelsorgerlichen Rat und Beistand gebeten werden, diesen auf Grundlage des christlichen Glaubens geben. Dabei muss allerdings niemand Bedenken haben, dass wir jemals seine Notsituation ausnutzen und ihm unerwünscht zu nahe treten. Um jedem Missverständnis an dieser Stelle vorzubeugen: Hilfe wird der Familienhafen leisten ohne nach Glauben oder Überzeugung zu fragen. Gottes Botschaft in Christus war vorbehaltlose Liebe: „Kommt her zu mir alle die ihr mühselig und beladen seid.“

Mit herzlichen Grüßen Hubert Hoyer, Hamburg, den 09.11.2008

Hubert Hoyer
Gründungsmitglied
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