11.10.20143 Fragen an MARITA HOYER

Marita Hoyer (53) ist die Gründerin und 1. Vorsitzende des ersten ambulanten Kinderhospizdienstes in Hamburg. 2007 gründete Sie mit ihrem Mann Hubert Hoyer, der 2011 an einer Krebserkrankung verstarb, den Familienhafen e.V.

Frau Hoyer, wie kam es vor sieben Jahren zu der Entscheidung den Familienhafen zu gründen?

Ich bin nicht morgens aufgewacht mit der Überlegung, dass heute ein guter Tag wäre um einfach mal einen Verein zu gründen. Vor der Gründung habe ich über viele Jahre, ehrenamtlich in einem stationären Kinderhospiz, gearbeitet. Bei meinen Begegnungen lernte ich die damals 16 Jährige Sarah und ihre Familie kennen. Bei den Gesprächen mit den betroffenen Eltern wurde schnell klar was in Hamburg fehlt, nämlich die psychosoziale Entlastung in den eigenen vier Wänden. Die Eltern nicht nur vier Wochen im Jahr, wie im stationären Bereich üblich, zu entlasten, sondern das ganze Jahr. Eine große Versorgungslücke die Hamburg damals hatte.

In den letzten Jahren ist viel passiert, nicht nur im Familienhafen, sondern auch bei Ihnen privat. Ihr Mann ist vor 3 Jahren verstorben, wie sind Sie mit der Veränderung im Familienhafen umgegangen?

Es war eine unheimlich schwere Zeit für mich und meiner Familie. Hubert und ich haben unsere ganze Kraft in den Familienhafen gegeben, das war ein großer Teil unseres Lebens. Oft, wenn ich heute die Tür vom Büro öffne, muss ich an die gemeinsame Zeit denken. Das Team hat mich gestärkt und unser Leitspruch „Gemeinsam tragen bis zuletzt und darüber hinaus“, hat eine andere Bedeutung für mich bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe damals keine Auszeit genommen, das würde ich heute anders machen.

Was wünschen Sie dem Familienhafen und den betroffenen Familien für die weitere Zukunft?

Ich wünsche mir, dass wir allen betroffenen Familien Unterstützung geben können und weitere Ehrenamtliche finden, die die lebensverkürzend erkrankten Kinder und deren Familien begleiten.

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